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Short Stories



Bedouinen
by Christof Hahn

Von "Gebirgsbewohnern", solchen "Die den Weg verloren" und anderen "bedawis" Unter "Beduinen", so erklärt das Lexikon, versteht man arabische und arabisierte Nomadenvölker, die Nordafrika, Arabien und Syrien bewohnen. Gastfreundlich, konservativ und freiheitsliebend sollen sie sein und in Zelten wohnen.

Die Gastfreundlichkeit der Beduinen kann wohl jeder Besucher des Sinai bestätigen. Was den Punkt "in Zelten wohnend" betrifft, zeigen die "bedawi" - arab. für Wüstenbewohner - dort jedoch ein vielschichtigeres Bild. Neben Sommer- und Winterzelten, nutzen sie schon seit ihrer Zuwanderung auch einfache Palmzweighütten (Küstenfischerei) und schmucklose Steinbauten. Kein Wunder, am Sinai sind die Beduinen nämlich genau genommen Halbnomaden (meist Schaf- und Ziegenhirten, aber auch Obstbauern), die sehr unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen - Sommer/Winter, Wüste/Hochgebirge - trotzen müssen. So entstand schon früh eine Tendenz zur Seßhaftigkeit, die von der ägyptischen Zentralregierung heute stark gefördert wird (Militärdienst, Besteuerung…).
Apropos Zuwanderung: Ja, die Sinai-Stämme, z. B. die Mezina und Tiah (arab. "Die den Weg verloren" - sich also auf den Sinai verirrt haben?), stammen von der arabischen Halbinsel, von wo aus sie vorwiegend im 11. Jhdt. einwanderten und woher auch ihre Sprache - Hocharabisch - kommt. Der Stamm der "Gebirgsbewohner" (Gebeleja) soll allerdings bereits auf das 6. Jhdt. zurückgehen, als der oströmische Kaiser 100 Soldaten zum Schutz des Katharinenklosters abstellte.
Prächtige Häuser und teurer Hausrat sind für die meisten bedawi auch heute kaum von Interesse. Die Bedeutung eines Stammes (bzw. eines Mannes) wird vielmehr an der Weite des von ihm kontrollierten Landes und an der Größe seiner Herden gemessen. Ebenso traditionell sind die sozialen Strukturen: Der Mann ist das unumstrittene Familienoberhaupt. Er erledigt die Geschäfte und nur er empfängt die Gäste am "magaad", dem speziellen Teetrinkplatz vor dem Zelt oder im Innenhof des Hauses, an dem auch die einfache Beduinenkost aus Käse, Ziegenmilch, Fladenbrot, Gemüse und Lammfleisch eingenommen wird. Gleichermaßen uralt ist die Gastfreundlichkeit. So rät ein altes Sprichwort: Sohn, laß dein Lagerfeuer stets leuchten und hoch brennen. Die Bedeutung: Laß dein Feuer immer von allen Vorüberziehenden und Verirrten gesehen werden, so daß du sie bewirten kannst. Ein Genuß, in den heute - gegen ein kleines Bakschisch - immer mehr Touristen kommen, wenn ihnen, zum Beispiel nach anstrengenden Trekkingtouren, ein willkommenes Nachtlager angeboten wird und am nächsten Morgen ein kräftiges "Tschakschuka" als Frühstück lockt.
Christof Hahn

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